Dienstag, 30. März 2010
SPLITTER AUS SCHONGAUS BÜRGERVERSAMMLUNG
Sorgenfreies Schongau
In der Bürgerversammlung hat Bürgermeister Karl-Heinz Gerbl wichtige Themen angesprochen wie z. B. die prekäre Finanzsituation insbesondere durch die weggebrochene Gewerbesteuer. Durch die „finanzielle Notlage“ müsse die Stadt dringende Maßnahmen verschieben: „Langsam wird es eng!“Der geplante Kreisverkehr Schongau-Nord könne nicht gebaut werden. Das Bad soll aber weiterhin betrieben werden. Eine Schließung wegen fehlender Finanzmittel wäre wirklich „das letzte Mittel“.
Trotz des Hinweises, dass es in der Bürgerversammlung ums Gemeinwesen gehe und nicht um persönliche Anliegen, war die Diskussion vorwiegend von Einzelinteressen geprägt: der Nachbar, der das Laub nicht wegräumt, oder Gefahren durch Eisrillen im Winter bzw. Salzeinsatz für bestimmte Straßen vorm eigenen Haus, Mangel an Parkmöglichkeiten für Elternautos vor den Schulen, orange Strafzettel der Polizei für Falschparker, ... und als die Forderung kam, keine Parküberwacher in der Mittagszeit einzusetzen, damit vor den Altstadt-Restaurants unbehelligt falsch geparkt werden kann, spätestens da war klar, tu felix Schongau, du glückliche, sorgenfreie Stadt.
Sigi Müller
Dienstag, 2. März 2010
ALS ist jetzt ZWANZIG
Aktive und Ehemalige feierten in der Brasserie
Beim gemütlichen Brunch wurden von einigen langjährigen ALS-Mitgliedern Texte und Anekdoten aus den ersten Jahren vorgetragen.
Hier im Bild:Cornelia Berktold, die bei der Stadtratswahl im März 1990 auf Platz eins der ALS-Kandidaten-Liste war. Anlässlich der 20-Jahr-Feier liest sie hier einige Passagen aus der »Heimatpresse« vor, die uns damals in Berichten und Kommentaren zumeist mit einer deftigen Portion Kritik überhäufte, worüber sich auch die anwesende Redakteurin der Schongauer Nachrichten überrascht zeigte.

In der Brasserie ausgestellt: Ein Teil der Plakate, die in unserem ersten Wahl- kampf im Jahr 1990 in Handarbeit hergestellt wurden.
Verkehrskonzept im Stadtrat
Zukunftspläne für die Schongauer Altstadt
Probleme durch Dauerparker und Durchgangsverkehr

Im Konzept drei ist eine Überplanung der Einbahnstraßen zur Einschränkung des Durchgangsverkehrs und am Wochenende sogar eine größere „temporäre Fußgängerzone am Marienplatz“ vorgesehen. Der Verkehrsplaner machte allerdings in seinem Statement im Stadtrat deutlich, dass in der Schongauer Altstadt nicht alles auf einmal realisiert werden sollte. Er warb für „eine Politik der kleinen Schritte“, die eher zum gemeinsamen Ziel führen könnte.
SPRUCH DES TAGES:
„Mit den vielen Dauerparkern ist Schongau ein Sonderfall.“
Verkehrsplaner Robert Ulzhöfer zur Ursache der Parkplatznot in der Altstadt
Wieder ein Verkehrskonzept für die Altstadt, rund um den Marienplatz, das im Stadtrat zu heftigen Diskussionen geführt hat.
Es gibt drei Konzepte:Konzept eins entspricht weitgehend dem Status quo, enthält aber auch die Vorgabe des Stadtrats, einen Teil des Marienplatzes verkehrsfrei zu machen. Eine Verbesserung der Aufenthaltsqualität lässt sich allerdings mit diesem Konzept kaum erreichen.
Die Konzepte zwei und drei verfolgen einen anderen Ansatz. Aufenthaltsqualität und Verkehrsvermeidung bekommen darin einen höheren Stellenwert.
Problem Dauerparker
Die höchstzulässige Parkzeit in der Innenstadt soll nach Ansicht des von der Stadt beauftragten Verkehrsplaners Robert Ulzhöfer eingeschränkt werden.
Erkenntnis: Ein Drittel aller Stellplätze sind vier bis teilweise über sechs Stunden von Dauerparkern belegt. Der vom Verkehrsplaner ermittelte »Umschlag pro Stellplatz« ist im Vergleich zu anderen Orten sehr gering. Jeder Stellplatz sollte an einem Tag im Durchschnitt von zehn bis elf verschiedenen Autos belegt werden. In der Schongauer Innenstadt sind es gerade mal drei Fahrzeuge, die in der Zeit von 8 bis 18 Uhr denselben Stellplatz belegen können.
Ziel: Dauerparker müssen raus aus der Altstadt. Damit lässt sich ein erhebliches Potenzial für mehr Parkraum schaffen.
Dazu die Vorschläge des Planers: Kostenfreies Parken sollte in der Innenstadt nicht mehr angeboten werden. Die gebührenpflichtige Parkzeit ist auf höchstens zwei Stunden zu begrenzen. Am Marienplatz und in der südlichen Münzstraße, eventuell auch in der Christoph- und Löwenstraße, wäre eine maximale Parkzeit von 1 Stunde durchaus angemessen.
Ausblick: Eine Teilsperrung des Marienplatzes wird in Erwägung gezogen. Auch eine temporäre Fußgängerzone gilt als vorstellbar. Als konkrete Beispiele für eine Sperrung des zentralen Bereichs werden die Städte Marktredwitz in Oberfranken und Monschau in der Eifel genannt.
Problem Durchgangsverkehr bzw. Schleichverkehr
Das Konzept drei enthält gute Ansätze zur Einschränkung des Durchgangsverkehrs (beispielsweise durch Neuregelung der zum Teil schon bestehenden Einbahnstraßen). Bisher hat jedenfalls noch nie jemand so explizit festgestellt, dass es einen nicht unerheblichen Schleichverkehr durch die Innenstadt gibt. Manche Stadträte sind zwar der Meinung, dass die Studie überhaupt nichts Neues gebracht habe. Überraschen muss aber die Erkenntnis, dass es offensichtlich – belegt durch die Verkehrszählung – vor allem zwischen Maxtor und Lechberg einen so genannten Schleichverkehr gibt, um in Richtung Peiting dem oft stockenden Verkehr und den Ampeln zu entgehen. Dazu der von der Stadt beauftragte Verkehrsplaner Robert Ulzhöfer: „Wir haben festgestellt, dass mehr als 1200 Kraftfahrzeuge innerhalb von fünf Minuten durch ein Tor in die Altstadt reinfahren und durch ein anderes wieder rausfahren.“
Im Zusammenhang mit dem Durchgangsverkehr erwähnt Verkehrsplaner Ulzhöfer ein weiteres Problem, den so genannten Showverkehr. Ulzhöfer wörtlich: „Bis zu zwölf Mal fahren da junge Männer in ihren aufgemotzten Kisten mit lauter Musik um den Marienplatz und durch die Altstadt.“
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